Die Schröpfpraxis
Schon Paracelsus wusste worauf es wirklich ankommt, was sich in folgendem Hinweis niederschlug: "Wenn Dir meine Theorie nicht gefällt, so lass Dir meine Praxis gefallen. Sie
wird
Dir mehr nützen."
Am Rücken schaut der Heilpraktiker nach optischen Hautauffälligkeiten
wie Rötungen oder
Blässe. Diese lassen sich meist paravertebral finden. Mit der Bindegewebsrolle,
bei der die
Haut zwischen Daumen und Fingern als Welle von L1 bis C7 gerollt wird, kann
man die
Qualität des Bindegewebes erfassen. Ist diese Prozedur unangenehm, schmerzhaft
oder lässt
sich die Haut kaum abheben, dann liegt mit Sicherheit eine Verschlackung vor.
Weitere
Auskunft erhält man von schmerzhaften Triggerpunkten, die meist im Nacken-
und Schulterblattbereich zu finden
sind. Auch lokal begrenzte Verhärtungen, sogenannte Gelosen, deuten hin,
auf den Ort wo
geschröpft werden sollte.
Beim Schröpfen tritt Blut in das Gewebe über, was
zu einer Histaminausschüttung führt.
Dies erzeugt zunächst einen unspezifischen Reiz. Großflächig
und parvertebral eingesetzt,
entfaltet sich so eine umstimmende Wirkung. Desweiteren wird die Zirkulation von Blut
und Lymphe lokal und im Erfolgsorgan verbessert. Auch der Tonus, sowie die Permeabilität
der Gefäßwände verbessern sich.
Die Frage, ob blutig oder unblutig geschröpft werden
sollte, beantwortet oft ein Blick auf die Konstitution des Patienten. Ist
dieser asthenisch, also schlank, blass, feingliedrig, leptosom,
dann ist eher das trockene Schröpfen vorzuziehen. Plethoriker, also Patienten
mit Blutfülle (hohem Hämatokrit), rötlichem Kopf, Leibesfülle
(pyknisches Ernährungsnaturell nach Kretschmer), sprechen mehr auf das
blutige Schröpfen an. Das blutige Schröpfen leitet überschüssige
Energien ab, das Unblutige führt Energien zu. Geschröpft wird gemäß
des
Befundes oder auch in den entsprechenden Segmentbereichen mit Bezug zu den
inneren Organen. Eine differenzierte Auflistung der Indikationen findet sich
bei Johann Abele